Körper und Geist: So beeinflusst deine Körperhaltung deinen Charakter.

Unsere Körperhaltung spiegelt unser Gefühlsleben wider. Nur anhand der Körperhaltung sind wir in der Lage, Rückschlüsse auf den aktuellen Gemütszustand eines Menschen zu ziehen, etwa wenn dieser die Schultern hängen lässt oder mit breiter Brust und erhobenen Hauptes vor dir steht.

Die Beziehungen zwischen Stimmung und Körperhaltung sind sogar so eng und für uns so selbstverständlich, dass viele von ihnen als Redewendungen Einzug in unseren Sprachgebrauch gefunden haben. So wissen wir sofort, was gemeint ist, wenn jemand den Kopf nicht hängen lassen soll.

Aber die Verbindung von Körper und Geist ist keine Einbahnstraße. Es ist nicht nur unsere Gemütsverfassung, die Auswirkungen auf unsere Körperhaltung hat; auch andersherum findet eine Beeinflussung statt.

Verschiedene Studien haben belegt, dass unsere Körperhaltung einen Effekt auf unsere Mentalität haben kann. Die folgenden zehn Beispiele zeigen dir, wie unser Körper unseren Geist beeinflusst.

1. Stärker fühlen

Um dich stärker zu fühlen, musst du eine entsprechend raumgreifende Pose einnehmen, also zum Beispiel breitbeinig sitzen, die Arme in die Hüften stemmen oder ausufernde Gesten machen.

Eine solche Körperhaltung vermittelt deinem Gehirn den Eindruck, den Raum – und damit unter Umständen auch die Menschen in diesem Raum – zu dominieren. Eine Studie von 2010 hat gezeigt, dass der Körper nach nur einer Minute in einer solch dominanten Haltung mehr Testosteron ausschüttet.

2. Arme verschränken macht hartnäckig

Falls du unbedingt ein Problem lösen musst oder bei Verhandlungen keine Kompromisse eingehen möchtest, verschränke deine Arme, um hartnäckig zu bleiben. Laut einer  2008 veröffentlichten Studie  saßen die Teilnehmer doppelt so lange an einem Rätsel und erzielten dabei mehr korrekte Antworten, wenn sie ihre Arme verschränkten.

3. Mehr Einsicht durch Hinlegen

Sollte Hartnäckigkeit allein nicht ausreichen, um ein Problem zu lösen, leg dich einfach hin und grüble in der Horizontalen weiter. Eine Studie von 2005 lässt darauf schließen, dass Liegen die Kreativität fördert.

Was für Ergebnisse werden wohl erst erzielt, wenn man sich mit verschränkten Armen hinlegt?

4. Nickerchen zur Leistungssteigerung

Ein Nickerchen in aller Öffentlichkeit, zum Beispiel in der U-Bahn, auf einer Parkbank oder am Arbeitsplatz, ist in Japan nichts Ungewöhnliches und wird dort als „Inemuri“ („anwesend sein und schlafen“) bezeichnet. Anstatt tief und fest zu schlafen, wird dabei jedoch eher oberflächlich gedöst, um die Umgebung noch weitestgehend wahrnehmen zu können, um beispielsweise an der richtigen Haltestelle auszusteigen.

Diese Form des Nickerchen steigert die Konzentrations-, Leistungs- und Reaktionsfähigkeit. Bei einer 2005 durchgeführten Untersuchung verglichen Forscher 5-, 10-, 20- und 30-minütige Nickerchen und fanden heraus, dass 10 Minuten ideal sind.

5. Nachahmung steigert Empathie

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Wenn du dich besser in die Gefühlswelt deines Gegenübers hineinversetzen möchtest, kannst du versuchen, dessen Verhalten zu kopieren. Viele von uns tun dies meistens automatisch und nehmen zum Beispiel die Haltung und die Stimmlage des Gegenübers an, um ihn zu trösten.

Indem du solche Kleinigkeiten nachahmst, wirst du die derzeitige Gemütslage des anderen in gewisser Weise selbst spüren können und einen Hinweis darauf bekommen, was derjenige gerade fühlt. Auch Schauspieler wissen, dass Mimikry eine gute Möglichkeit ist, den emotionalen Zustand eines anderen nachzuempfinden, um so in ihre Rolle zu finden.

6. Imitieren, um zu verstehen

Nachahmung kann nicht nur die Empathiefähigkeit, sondern sogar die sprachliche Verständnisfähigkeit fördern. So fiel es den Teilnehmern in einem Experiment von 2010 leichter, einen ihnen unbekannten Akzent besser zu verstehen, wenn sie diesen imitierten.

Manche Psychologen gingen 2007 sogar so weit, zu behaupten, dass wir durch Nachahmung in der Lage seien, die Handlungen der von uns imitierten Person vorauszuahnen, beispielsweise beim Erlernen neuer Fähigkeiten.

7. Lächeln macht glücklich

Diese Weisheit dürfte jeder schonmal gehört haben, wonach man einfach mal lächeln soll, um die schlechte Laune zu vertreiben und sich glücklicher zu fühlen.

Bestätigt wurde dies bereits 1988 in einem Experiment, bei dem die Probanden einen Stift in den Mund nehmen sollten, sodass jene Muskeln beansprucht wurden, die auch bei einem Lächeln zum Einsatz kommen. Die Testteilnehmer mit einem Stift im Mund hielten – im Vergleich zu der Gruppe ohne Stift – die ihnen gezeigten Cartoons in der Tat für lustiger.

8. Durch Gesten überzeugen

Wie manche Leute mit ihren Händen durch die Luft wirbeln, während sie sprechen, kann mitunter sehr faszinierend sein. Aber Gesten sind kein bloßes Nebenprodukt der verbalen Kommunikation, sondern können diese sogar in ihrer Bedeutung unterstützen.

Wie Wissenschaftler 2008 herausgefunden haben, wirkt Gesagtes überzeugender, wenn es mit Gesten vermittelt wurde. Insbesondere überzeugen Gesten, die das Gesagte versinnbildlichen, etwa wenn man nach hinten zeigt, wenn man von der Vergangenheit spricht.

9. Mehr verstehen durch Gesten

Gesten können dir aber nicht nur dabei helfen, andere Leute zu überzeugen. So fanden Forscher 2007 heraus, dass Kinder besser lernen, wenn sie dabei Gesten vollführen. Zudem konnten sie sich anschließend besser an das Gelernte erinnern.

10. Willensstärke fördern

Die Muskeln anzuspannen, fördert die Willensstärke, wie eine Studie aus dem Jahr 2011belegen konnte. Demnach waren die Testteilnehmer besser in der Lage, Schmerzen auszuhalten, verführerischem Essen zu widerstehen, eine unangenehme Medizin zu schlucken oder unerfreuliche Nachrichten aufzunehmen, wenn sie die Muskeln anspannten.

Allein diese zehn Beispiele zeigen, dass sich Körper und Geist wechselseitig beeinflussen. Dabei kann diese Wechselbeziehung nicht nur für uns allein, sondern vor allem im Umgang mit unseren Mitmenschen von großer Bedeutung sein.

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